Präsentationen für den Unterricht mit Microsoft Copilot
- Pauker 61

- 26. Juli
- 6 Min. Lesezeit
Du hast kaum die letzte Präsentation abgeschlossen, da steht schon die nächste Stunde an – und wieder sitzt du abends am Schreibtisch, überlegst dir Aufbau, Inhalte, Beispiele. Du willst den Unterricht interessant gestalten, aber das Erstellen von Präsentationen frisst einfach zu viel Zeit. Vielleicht hast du sogar schon von Microsoft Copilot gehört. KI, die dir Arbeit abnimmt? Klingt gut – aber auch irgendwie vage. Was genau kann diese „Copilot“-Funktion eigentlich für dich als Lehrkraft tun? Und noch wichtiger: Wie kompliziert ist das Ganze?
Wenn du so denkst, bist du nicht allein. Viele Lehrkräfte sind neugierig auf KI – aber auch skeptisch, ob das wirklich hilft oder nur ein weiteres Technik-Abenteuer wird.
Ich zeige dir in diesem Artikel, wie du mit Microsoft Copilot schnell und einfach Präsentationen für deinen Unterricht erstellen kannst. Ohne technisches Vorwissen. Ohne stundenlange Eingewöhnung. Du bekommst Schritt-für-Schritt-Anleitungen, konkrete Beispiele aus verschiedenen Fächern und Tipps, wie du das Beste aus Copilot herausholst – und dabei immer die Kontrolle behältst.
1. Was ist Microsoft Copilot – und wo finde ich ihn?
Microsoft Copilot ist eine KI-Funktion, die direkt in bekannte Microsoft-Anwendungen wie Word, Excel, PowerPoint und Outlook integriert ist. Im Klartext: Du kannst Copilot genau dort nutzen, wo du ohnehin arbeitest – zum Beispiel in PowerPoint beim Erstellen deiner Unterrichtsfolien.
Aber was macht Copilot eigentlich genau? Er hilft dir dabei, Inhalte zu erstellen, zu strukturieren und sogar zu gestalten. Du gibst ihm Anweisungen in natürlicher Sprache – zum Beispiel: „Erstelle mir eine Präsentation über die Photosynthese für die 7. Klasse mit fünf Folien und einer interaktiven Abschlussfrage.“
Und Copilot legt los.
Die Voraussetzung: Du brauchst einen Microsoft-365-Account mit aktivierter Copilot-Funktion. Aktuell ist Copilot nur in bestimmten Lizenzen verfügbar – zum Beispiel für Bildungseinrichtungen, die Microsoft 365 A3 oder A5 nutzen und Copilot zusätzlich lizenziert haben. Wenn du unsicher bist, ob du Zugriff hast, frag bei deiner IT-Abteilung oder Schulleitung nach.
Wenn du Copilot in PowerPoint aktiviert hast, findest du ihn direkt oben in der Menüleiste. Das Symbol sieht meist aus wie ein kleiner Stern oder Zauberstab, oft mit dem Wort „Copilot“ daneben. Klickst du drauf, öffnet sich ein Eingabefeld – und du kannst loslegen.
Kurz gesagt: Copilot ist wie ein digitaler Assistent, der dir hilft, schneller zu guten Ergebnissen zu kommen – ohne, dass du selbst Folie für Folie zusammenbauen musst.
2. Warum Copilot für Lehrkräfte spannend ist
Du hast keine Zeit für Spielereien. Wenn ein neues Tool in deinen Alltag kommen soll, dann muss es dir Zeit sparen, nicht stehlen. Genau das ist der Punkt, an dem Copilot wirklich interessant wird – vor allem, wenn du regelmäßig Unterrichtsmaterialien in Präsentationsform vorbereitest.
Hier sind drei konkrete Gründe, warum Copilot für dich als Lehrkraft hilfreich sein kann:
🕒 1. Du sparst dir Stunden an Vorbereitungszeit
Anstatt bei null zu starten, gibst du Copilot ein kurzes Briefing – zum Beispiel: „Erstelle mir eine Präsentation zum Thema Imperialismus für eine 9. Klasse, fünf Folien, mit einer Diskussionsfrage am Ende.“
Innerhalb von Sekunden bekommst du eine fertige Struktur mit passenden Inhalten. Natürlich musst du nicht alles übernehmen, aber du hast eine gute Grundlage, mit der du arbeiten kannst – schneller als du es alleine schaffen würdest.
💡 2. Du bekommst neue didaktische Impulse
Manchmal hilft schon ein anderer Blickwinkel. Copilot kann dir Vorschläge machen, auf die du vielleicht nicht gekommen wärst – zum Beispiel ein interaktives Element, eine Visualisierungsidee oder eine andere Reihenfolge der Inhalte. Du bleibst dabei immer in der Rolle der prüfenden Instanz. Copilot liefert, du entscheidest.
🧘♀️ 3. Du behältst die Kontrolle – aber ohne den Stress
Viele Lehrkräfte sorgen sich, dass KI ihnen „den Unterricht abnimmt“. Die Wahrheit ist: Copilot ersetzt dich nicht. Er ist ein Werkzeug. Du steuerst, was reinkommt, du prüfst, was rauskommt. Der große Unterschied? Du musst die Dinge nicht mehr komplett selbst aufbauen.
3. So erstellst du Schritt für Schritt eine Unterrichts-Präsentation mit Copilot
Du willst wissen, wie genau das läuft? Hier ist ein einfacher Leitfaden, wie du mit Microsoft Copilot in PowerPoint eine Präsentation für deinen Unterricht erstellst – von der ersten Eingabe bis zur fertigen Folie.
🔹 Schritt 1: PowerPoint öffnen und Copilot starten
Öffne PowerPoint und wähle eine neue leere Präsentation. Klicke oben in der Menüleiste auf Copilot (meist mit einem kleinen Zauberstab-Icon). Es öffnet sich ein Eingabefeld oder Seitenfenster.
🔹 Schritt 2: Schreibe deinen Prompt
Hier sagst du Copilot, was du brauchst. Je klarer du bist, desto besser wird das Ergebnis.
Beispiel-Prompt: „Erstelle eine 6-Folien-Präsentation zum Thema Photosynthese für eine 7. Klasse. Die erste Folie soll eine Einführung sein, dann folgen Erklärung, Ablauf, Bedeutung, Quizfrage und Zusammenfassung.“
Du kannst auch Stilwünsche hinzufügen, etwa:– „Nutze einfache Sprache“– „Verwende Bilder und Diagramme“– „Füge am Ende eine Diskussionsfrage hinzu“– „Farbe grün als Hauptfarbe verwenden“
🔹 Schritt 3: Vorschau prüfen und anpassen
Copilot generiert eine komplette Präsentation für dich – mit Titel, Text, Gliederung und manchmal sogar Bildvorschlägen. Du kannst die Vorschläge direkt bearbeiten, Inhalte löschen oder ergänzen. Denk dran: Du bist der Kapitän, Copilot ist dein Assistent.
🔹 Schritt 4: Folienlayout und Design anpassen
Wenn dir das Standardlayout nicht gefällt, kannst du über den Reiter „Design“ ein passendes Foliendesign auswählen. Copilot übernimmt die Inhalte – du gibst der Präsentation den letzten Feinschliff.
🔹 Schritt 5: Speichern, unterrichten, wiederverwenden
Fertig? Dann speichere deine Präsentation und nutze sie im Unterricht. Du kannst sie später leicht anpassen – Copilot hilft dir auch beim Umschreiben für andere Jahrgangsstufen oder Themen.
4. Beispiele für gute Prompts in verschiedenen Fächern
Der Schlüssel zu brauchbaren Ergebnissen mit Copilot liegt in der richtigen Eingabe – also im Prompt. Denk dabei an Copilot wie an eine sehr fähige Assistenzkraft: Je klarer du sagst, was du willst, desto besser arbeitet sie.
Hier sind konkrete Prompt-Beispiele für verschiedene Fächer – inklusive Erklärungen, warum sie funktionieren.
📘 Deutsch (Thema: Erörterung)
Prompt: „Erstelle eine PowerPoint-Präsentation für eine 9. Klasse mit 5 Folien zum Thema ‚Sollte Handynutzung in Schulen erlaubt sein?‘. Die Folien sollen die Struktur einer dialektischen Erörterung erklären. Verwende einfache Sprache und ein Beispiel zur Veranschaulichung.“
➡️ Warum das funktioniert: Du gibst Thema, Zielgruppe, Strukturwunsch und Sprachniveau vor – alles, was Copilot braucht, um loszulegen.
🌍 Geschichte (Thema: Weimarer Republik)
Prompt: „Erstelle eine 6-Folien-Präsentation zur Weimarer Republik für die 10. Klasse. Folien: 1. Einführung, 2. politische Lage, 3. wirtschaftliche Probleme, 4. kulturelle Entwicklungen, 5. Ursachen des Scheiterns, 6. Quizfrage zur Wiederholung. Sprache altersgerecht, mit kurzen Stichpunkten.“
➡️ Tipp: Du kannst zusätzlich um Bildvorschläge oder Karten bitten – z. B. „Füge, wenn möglich, ein Schaubild zur Inflation 1923 hinzu“.
🧬 Biologie (Thema: DNA & Genetik)
Prompt: „Erstelle eine Präsentation für eine 8. Klasse zum Thema ‚Aufbau der DNA‘. 5 Folien. Bitte einfache Erklärungen, ein Schema zur Veranschaulichung und eine abschließende Verständnisfrage.“
➡️ Tipp: Du kannst „Schema“ oder „Diagramm“ sagen – Copilot wird dir zumindest beschreiben, wie so etwas aussehen kann (auch wenn er keine echten Grafiken generiert).
🧮 Mathematik (Thema: Bruchrechnen)
Prompt: „Erstelle eine Präsentation mit 4 Folien zum Thema ‚Brüche addieren und subtrahieren‘ für die 6. Klasse. Erkläre mit Beispielen, möglichst visuell. Am Ende eine Übungsaufgabe.“
➡️ Tipp: Erwähne, ob du Text, Rechenwege oder visuelle Hilfen willst. Copilot liefert keine Zeichnungen, aber klare Erklärtexte, die du mit Bildern ergänzen kannst.
🌐 Englisch (Thema: If-Clauses)
Prompt: „Erstelle eine Präsentation für eine 8. Klasse zum Thema ‚if-clauses‘ (Typ 1–3). 6 Folien mit je einem Beispiel und kurzer Regel. Nutze einfache englische Sprache.“
➡️ Pro-Tipp: Du kannst Copilot auch auf Englisch ansprechen – das hilft besonders bei Sprachfächern.
5. Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
Copilot ist mächtig – aber kein Gedankenleser. Viele Lehrkräfte probieren es einmal aus, bekommen ein mittelmäßiges Ergebnis und denken: „Das bringt mir nichts.“Die Wahrheit ist: Wenn du Copilot richtig fütterst, bekommst du viel bessere Resultate.
Hier sind die häufigsten Stolpersteine – und wie du sie umgehst:
❌ Fehler 1: Zu vage formulierte Prompts
Beispiel: „Mach eine Präsentation über den Klimawandel.“
➡️ Das Problem: Viel zu offen. Copilot weiß nicht, für welche Altersgruppe, wie viele Folien, welchen Fokus.
Besser: „Erstelle eine Präsentation über die Ursachen des Klimawandels für eine 10. Klasse, 6 Folien, mit Diagrammen und abschließender Diskussionsfrage.“
❌ Fehler 2: Keine Zielgruppe genannt
Ein Thema für die 6. Klasse sieht ganz anders aus als für die Oberstufe.
➡️ Tipp: Nenne immer das Schuljahr oder die Klassenstufe. Das hilft Copilot, das Sprachniveau und die Tiefe der Inhalte passend zu wählen.
❌ Fehler 3: Keine Struktur vorgegeben
Wenn du nicht sagst, wie viele Folien du willst oder was auf ihnen passieren soll, bekommst du oft entweder zu viel oder zu wenig.
➡️ Tipp: Gib eine einfache Gliederung vor. Zum Beispiel: „Folie 1: Einführung – Folie 2: Definition – Folie 3: Beispiele – Folie 4: Übung – Folie 5: Zusammenfassung.“
❌ Fehler 4: Blind übernehmen
Manche Präsentationen von Copilot wirken auf den ersten Blick gut – aber enthalten Ungenauigkeiten, veraltete Infos oder sind einfach nicht didaktisch sinnvoll.
➡️ Tipp: Sieh Copilot als Ausgangspunkt, nicht als fertige Lösung. Überprüfe Inhalte und passe sie an deine Klasse an.
❌ Fehler 5: Zu kompliziert gefragt
Manche versuchen, in einem Prompt alles unterzubringen – Thema, Zielgruppe, Stil, Designwünsche, Aufgaben, Hintergrundinfos, Beispiele…
➡️ Tipp: Wenn du merkst, dass dein Prompt zu lang wird: Fang klein an. Lass dir erstmal eine Grundstruktur machen – dann kannst du gezielt nachbessern, zum Beispiel: „Füge zu Folie 3 ein Beispiel ein.“ „Mach aus Folie 5 eine Quizfrage mit drei Antwortmöglichkeiten.“










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